Leadership, Führung, Richtung geben, Verantwortung übernehmen – alle diese Stichworte sind „in“ und Themen von Fachzeitschriften, Zertifzierungen, Studiengängen und Diskussionen. In den meisten Fällen beziehen sich diese Punkte dabei auf ein permanent installiertes und funktionales Management-Team eines Unternehmens. Daneben gibt es aber noch die unter anderen Vorzeichen stehende Führung in Projekten, die nur selten beachtet wird. Projektmanagement wird auf die reine Anwendung von Methoden und Tools reduziert. In Wirklichkeit sind Projektleiter natürlich ebenfalls Führungskräfte. Dies allerdings begrenzt auf die Projektdauer und die Projektorganisation.

Die eigentliche Herausforderung bei der Umsetzung von Projekten ja die ziel- und lösungsorientierten Führung der Mitarbeiter und das, in den allermeisten Fällen, ohne formale Weisungsbefugnis. Aufgrund von Matrix-Organisationen kann kein Projekt ohne die Unterstützung durch die Linienvorgesetzen erfolgreich sein. Professionelles Projektmanagement stellt Linienvorgesetzte dabei sicher vor ganz neue Herausforderungen. Sie müssen ihre Mitarbeiter „teilen“, Entscheidungen werden in den Projekten permanent hinterfragt, Ressourcen werden abgezogen und trotzdem soll das Projektteam jederzeit unterstützt werden. Das fehlende Verständnis für die Herausforderungen der jeweils anderen Seite sucht man leider oft vergeblich.

Projektleiter müssen selbstverständlich auf die Anforderungen des Tagesgeschäfts Rücksicht nehmen. Welche Priorität das Projekt im Portfolio des Unternehmens einnimmt, ist dabei ein entscheidender Faktor und nimmt Einfluss auf die notwendigen Befugnisse und Kompetenzen der Projektleitung. Die oft zitierten Führungsstile spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Wesentlich bedeutender ist, dass sich Mitarbeiter auf Aussagen, Entscheidungen und Vereinbarungen mit der Projektleitung verlassen können. Umgekehrt muss sich auch eine Projektleitung auf die Mitarbeiter verlassen können. Letztlich ist Vertrauen das größte Kapital. Die täglichen, fast zwingend auftretenden Fehler in der Mitarbeiterführung, spielen dann keine Rolle mehr.

Der Erfolg eines Projekts, hängt also in großem Maße von der Unterstützung durch die Linienvorgesetzten und den Führungskompetenzen der verantwortlichen Projektleitung ab. Defizite und Konflikte sind dabei nicht zwingend notwendig. Respektieren beide Seiten die Anforderungen des jeweiligen Gegenübers, so können die scheinbar gegensätzlichen Anforderugen zu unerwarteten Chancen und Erfolgen führen.

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