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Erlebnisse aus der realen Welt können einen immer wieder überraschen. Konkretes Beispiel: Der Projektleiter dient dem Team als Identifikations- und Projektionsfläche für schlechte, negative und unerfreuliche Ergebnisse und Resultate in und um Projekte. Die Erfolge gehören dem Team, die dunkle Seite der Medaille dem Projektleiter. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Prinzipiell ist das also nicht wirklich überraschend und nichts Neues. Man lässt sich darauf ein – sozusagen „part of the game“. Die Frage ist: MÜSSEN Projektleiter der Reibebaum für Probleme,Animositäten und etwaige Verfehlungen der Stammorganisation sein? Meine klare Antwort: Ja.

Warum? Projekte reflektieren vor allem zu Beginn die Befindlichkeiten und Zustände der Stammorganisation. Projektteam und Projektleiter halten also den Spiegel vor, stellen kritische Fragen und stellen Bestehendes in Frage. Der Projektleiter ist dabei umgekehrt in der Situation dem Team Dinge zu erklären, die nicht geändert werden können/sollen und man trotzdem alle Projektziele erreichen soll. Die „Buhmann-Rolle“ ist somit a priori geklärt.

Das gilt es auszuhalten – auch wenn es nicht schön oder nett ist. Es gilt diese Herausforderung anzunehmen und auch daraus Vorteile zu ziehen. Es ist eine persönliche Entscheidung, ob man sich dieser scheinbaren Herkulesaufgabe stellt oder sich beleidigt zurückzieht. Die Rolle der Stammorganisation ist und bleibt vage. Die Erwartungen an die Projektleiterinnen und Projektleiter ist vielleicht übermenschlich. Umgekehrt gibt es kaum eine Rolle im Unternehmen, der mehr Gestaltungsmöglichkeit und Innovationskraft innewohnt. Diese Rolle anzunehmen, daran zu wachsen und seine Ziele gemeinsam mit dem Team umzusetzen ist letztlich der schönste Beweis für die Notwendigkeit exzellenten Projektmanagements. Einfacher wird es nicht werden.

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