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Klassisch, lineares Projektmanagement versus agiles Projektmanagement: Manchmal scheint es so, als würden nur diese zwei, durchaus in manchen Bereichen gegensätzlichen Methoden existieren. Das stimmt aber nicht ganz. Das hybride Projektmanagement vereint angeblich das Beste aus allen Modellen. Aber stimmt das wirklich und ist dieses Buzzword mehr als nur bloßes Marketing?

Was ist ein hybrides Projektmanagement?

Das hybride Projektmanagement kann man sich am besten mithilfe einer Brücke vorstellen: Man nimmt die besten Eigenschaften des klassischen und agilen Projektmanagements und wählt aus diesen Vorgehensmodellen Methoden aus, die zu dem aktuellen Projekt und der Kultur der Organisation passen.
Aber bevor es in die Tiefe geht, gibt es einen kleinen Exkurs ins klassische und agile Projektmanagement:

Das Problem im klassischen Projektmanagement

Das klassische Projektmanagement steht für Überwachung, Sicherheit und Kostenkontrolle. Allerdings ist das klassische Projektmanagement nicht allzu flexibel vor allem, wenn es sich um neuartige und dynamische Vorhaben handelt.

Vor einem Projektstart werden einzelne Projektphasen akribisch geplant, sodass man auf Veränderungen im vorangeschrittenen Projekt schwer, bis gar nicht regieren kann – Stichwort Change Request. Doch in einer dynamischen VUCA-Welt ändern sich Rahmenbedingungen oft: Abweichende Wünsche von KundInnen oder ein schneller Wandel in der Branche können den noch so durchdachten Plan durcheinanderbringen.

Magische Dreieck im Projektmanagement

Ist Agilität immer besser?

Zeiten ändern sich, gerade bei der Steuerung und dem Management von Projekten. Mit der allgegenwärtigen Digitalisierung und damit Abhängigkeit von IT im Arbeitsalltag hat sich einiges getan. Dynamische Arbeitsumgebung und kurzfristige Änderungen legen den Fokus seit den 2000er immer mehr auf das agile Projektmanagement, wo die Planung im „großen Ganzen“ bzw. das Big Picture im Vordergrund steht. Mit dem flexiblen und iterativen Modell verbessern sich zwar nachweislich Projekterfolge, allerdings fordert es das ganze Team insofern, weil eine gute KommunikationEntscheidungsfreude und Verantwortungsbewusstsein von jedem einzelnen Mitglied verinnerlicht und gelebt werden muss. Gleichzeitig muss in der Organisation akzeptiert werden, dass komplexe Vorhaben nicht geplant, sondern nur bedingt gesteuert werden können und dass die Selbstorganisation der Mitarbeitenden im Vordergrund steht.

Planung mit PC und Notizbuch
Agil, klassisch, oder doch hybrides Projektmanagement?

Wie sieht ein hybrides Projektmanagement aus?

Anstatt sich auf die unterschiedlichen Ansätze zu konzentrieren, werden im hybriden Projektmanagement Verbindungen und Kombinationen der agilen und klassischen Methoden gesucht. 

Diese individuelle Lösung kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem wie groß und flexibel das Team und die Branche ist.
Ein Beispiel? Die initiale Planung eines Projektes wird mit klassischen Methoden durchgeführt. Dazu gehört ein grober Projektstrukturplan, Budgetplanung, Projektauftrag und andere bekannte Methoden. Der agile Ansatz, den Kundenmehrwert zu maximieren, die Mitarbeitenden sich selbst organisieren zu lassen, sich regelmäßig in kurzen Meetings über den Stand des Projektes zu synchronisieren und Retrospektiven durchzuführen, wird kontinuierlich während dem Verlauf des Projektes umgesetzt. Damit kann zum Beispiel eine Kombination aus der Wasserfallmethode und Scrum in Einsatz kommen: Mithilfe von Sprints kann in einer „klassischen“ Projektphase ein wertvolles Feedback von Kunden eingeholt werden, um zum Beispiel ein Zwischenprodukt zu entwickeln. Anstatt erst am Ende werden Kunden permanent aktiv involviert. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen und wertvollen Umsetzung um ein Vielfaches.

Hybrides Arbeiten an der Pinnwand
Methodenvielfalt im Projektmanagement

Fazit

Das klassisch, lineare Projektmanagement hat immer noch seine Daseinsberechtigung. Genauso wie agile Projektmanagement nicht immer zwangsläufig das beste Modell für das Unternehmen ist. Im hybriden Projektmanagement wählt man das Beste aus beiden Welten: Bewährte Methoden aus dem traditionellen Projektmanagement, sowie die Vorteile des agilen Projektmanagements. Aus dem hybriden Vorgehen darf man sich aber kein Wunder erhoffen, sondern eher eine Erweiterung der Möglichkeit für die erfolgreiche Steuerung des jeweiligen Projektes. Letztlich müssten Unternehmen individuell entscheiden, welche Methoden für ein Projekt geeignet sind. Das ist die Voraussetzung, um am Ende glückliche Kunden, begeisterte Teams und zufriedene Auftraggeber zu haben.

Du bist dir nicht sicher, welche Methoden für deine Organisation und Projekt am besten geeignet ist? Gerne kann ich dir Input geben. Melde dich bei mir!

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